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Umbauarbeiten an Wohnstätte für Menschen mit Behinderung schreiten voran

”Wir sind gut im Zeit- und auch im Finanzplan”, freut sich Frank Reichel, Geschäftsführer der Wohnen plus gGmbH, über den Baufortschritt am Schildberger Weg 10. Im Mai dieses Jahres haben Umbau und Sanierung der ehemaligen Kinderkombination begonnen, im Mai 2010 sollen die 56 Erwachsene mit geistiger Behinderung aus ihrer Interimsunterkunft in der Gustav-Mahler-Straße zurück nach Mockau ziehen.

Was sie erwartet? “Eine deutliche Steigerung ihrer Lebensqualität”, sagt Reichel zufrieden. So wurde der nördliche Trakt zum Schildberger Weg hin um eine Etage aufgestockt. “Damit schaffen wir Platz für Kreativ-, Bewegungs- und Mehrzweckräume”, fügt Architekt Lars Pabst hinzu. Konzentrieren sich die Arbeiten im nördlichen Gebäudeteil weitgehend auf den Anbau, wird der südliche vorwiegend behindertengerecht umgebaut. Absolutes Novum werden die Badezimmer sein, die den Ein- bis Zwei-Bett-Zimmern angegliedert sind. 

Doch nicht nur im Inneren wird sich einiges verändern, auch die Außenflächen werden einer Frischekur unterzogen. So wird der 900 Quadratmeter große Innenhof, der bisher als Abstellfläche diente, zukünftig der zentrale Mittelpunkt für die Bewohner sein. “Es wird ein Lärchendeck geben, das von einem Fischteich umgeben ist”, berichtet Pabst. Sonnensegel sorgen für den notwendigen Schutz im Sommer. Die etwa 3000 Quadratmeter große Außenfläche soll sich in einen “Garten der Sinne” verwandeln. Doch bis es so weit ist, muss noch einiges getan werden.

”Die Betonarbeiten haben wir abgeschlossen, rechtzeitig zum Wintereinbruch”, so Pabst. Nun kann die Lärchenholzfassade an der Aufstockung angebracht werden. Anfang kommenden Jahres werde der Innenausbau des Nord-Traktes beginnen. Im Südgebäude ist dieser bereits im vollen Gange. Im Januar folgen Fliesenleger- und Malerarbeiten sowie die Feininstallation der Technik. Ein großer Brocken sei die Umsetzung des Farbkonzeptes im Inneren der Wohnstätte, das den Bewohnern die Orientierung erleichtern soll. “Jede Gruppe bekommt eine Leitfarbe”, verrät Pabst.

”Schon früh gab es erste Überlegungen baulich etwas zu verändern.” Nicht mehr zeitgemäß sei die Wohnstätte mit Drei-Bett-Zimmern, Mini-Fahrstuhl, Schwellen und Stufen im ganzen Gebäude oder Bädern, die technisch schlecht ausgestattet sind. “ 2003 gab es die Idee in Lützschena neu zu bauen, wurde dann aber wieder verworfen”, so Reichel. Ungern wollte man die Bewohner aus ihrer vertrauten Umgebung herausreißen. Aber auch finanziell sei ein Neubau für den kleinen Verein nur schwer zu stemmen gewesen. So blieb man.

Der Wunsch nach baulicher Veränderung jedoch wuchs erneut, als 2005 die Außenwohnstätte in der Robert-Blum-Straße geschlossen werden musste. Ruckzuck brauchte man zehn neue Plätze. “Der erste Bauabschnitt sozusagen.” Aus anfänglich 46 Plätzen wurden 56 . Langfristiges Ziel blieb jedoch die nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität. Ein Architektenwettbewerb, aus dem das Architekturbüro Lars Pabst hervorging, wurde ausgeschrieben und Fördermittelanträge ausgefüllt. “Im Januar dieses Jahres stand dann die Finanzierung”, erinnert sich Reichel. 3,2 Millionen Euro soll die Maßnahme kosten, von denen 80 Prozent durch den Freistaat Sachsen, zehn Prozent durch die Stadt Leipzig und zehn Prozent aus Eigenmitteln der Gesellschaft finanziert werden.